Pokémon Go’s Mobile

Pokemon ist nun auch als kostenlose Smartphone-App für Android und Apple auf dem Markt erhältlich. Pokémon Go wurde von dem amerikanischen Softwareunternehmen Ninantic Labs entwickelt und von Nintendo publiziert. Das location-based Spiel, das als Spielumgebung augmented reality benutzt, erreichte innerhalb der ersten Woche der Veröffentlichung einen Rekordabsatz. Und die Begeisterung hält weiterhin an. Was nicht verwunderlich ist, da das Spiel mit einem neuem Spielkonzept aufwartet. Pokémon Go hat weltweit Millionen von Menschen auf die Straßen zu einer virtuellen Schnitzeljagd geschickt. Es animiert die Nutzer mit ihren Smartphones ihre Umgebung zu erforschen und dabei versteckte Pokémon-Figuren aufzuspüren und einzufangen. Hieran erkennt man das Besondere des Spiels. Zum einen bleibt Nintendo seinem Grundsatz treu, der uns seit Einführung der Wii-Fit-Serien bekannt ist – die Gesundheit und Fitness der Spieler. Zum anderen die Verschmelzung zwischen Realität und Spiel, wodurch die Welt zu einem virtuellen Spielplatz wird.

Location based Game

Pokémon Go fordert von seinen Nutzern aktive Bewegung.  Ninatic Lab setzt hierzu auf ein locaction based Prinzip, um den Spielverlauf zu lenken1. Mittels Lokalisierungstechnicken werden die Standortdaten des Nutzers in der realen Welt ermittelt und dem Spielserver übermittelt. Anhand der geographischen Daten stellt der Spielserver dem Spieler selektive Informationen bereit, anhand derer die Spielumgebung aktualisiert und die verfügbaren Spielelemente generiert werden können.

Zur Ermittlung der standortspezifischen Spielelemente – wie Poké-Stops, Arenen und Pokémons -verwendet Pokémon Go GPS sowie die Mobilfunkortung. Die Bewegungsdaten des Spielers werden hierfür periodisch erfasst und an die Niantic-Server übermittelt. Anzumerken ist hierbei, dass die Erfassung der Standortdaten des Nutzers sich nicht im Hintergrund abspielt, sondern die Daten aktiv in Echtzeit geloggt werden. Sobald ein Spieler sich in unmittelbarer Nähe zu einem Spielelement befindet,  informiert der Spielsererver das Spiel zur Anzeige der virtuellen Objekte.

Voraussetzung für die Echtzeit-Realisierung des Spieleinhalts und der Umgebung ist ein durchgängiger Wi-Fi oder Internetzugang. Internet ist für das Spiel also zwingend erforderlich.

Kartenbasierte Anwendung

Im Wesentlichen ist Pokémon eine kartenbasierte Anwendung, dass die reale Umgebung des Spielers grafisch abbildet. Der Avatar des Spieler wird auf das Kartenmaterial projiziert. Das Kartenmaterial stammt dabei von Google, da Niantic Lab einst als Startup von Google gegründet wurde. Um den Datenverbrauch des Smartphones zu regulieren, beitet Google Maps den Spieler von Pokémon Go Offlinekarten der am meisten besuchten Orte zum Download an, was vor allem bei einer schlechten Internetverbindung ein wahrer Segen sein kann.

Die geographischen Knotenpunkte wie Arena und Poké-Stops entstanden als „User generated Content“ durch das Handyspiel namens Ingres, mit dem Niantic Labs vor einigen Jahren bekannt geworden ist. Die Spieler von Ingress konnten von beliebigen Orten und Objekten Fotos machen und hochladen. Meistens wurden in diesem Zusammenhang geographische Daten zur Lokalisierung dieser Orte mitverschickt. Niantic Labs verwertet für den Aufbau der Infrastruktur von Pokémon go, die bei Ingress gesammelten Geo-Daten 3.

Augmented Reality

Für die Gestaltung der Spielumgebung fand zusätzlich das Prinzip der augmented reality Anwendung –  die sogenannte erweiterte Realität. Eine visuelle Darstellung von Informationen soll die Sinneswahrnehmung des Menschen erweitern. Laut Ronald T. Azuma müssen für die Umsetzung von augmented reality drei Kriterien erfüllt sein. Die „echte Welt“ muss mit der virtuellen Realität kombiniert werden. Diese Vermischung muss in Echtzeit miteinander interagieren und sich im 3-dimensionalem Raum überlagern4.

Pokémon Go setzt die Kriterien mittels den auf dem Spielserver hinterlegten Datensätzen zu Geo-Daten, der Smartphone-Kamera und den Lagesensoren des Smartphones um. Spielelemente sind beispielsweise wilde Pokemon, die per Zufallsprinzip vom Spielserver in die Spielumgebung gestreut werden. Ebenso werden geographische Knotenpunkte beziehungsweise Landmarken, wie Kirchen, Denkmäler, Häuser oder auffällige Objekt als Elemente der Spielwelt angezeigt. Diese sogenannten Poké-Stops, an denen entweder nützliche Sammelgegenstände für das Spiel spawnen oder sich Arenen befinden, in denen Pokémon trainiert werden oder gegen andere Pokémon antreten können.

Sobald ein Spieler in unmittelbarer Nähe von einem Pokémon ist, veranlasst das Spiel einen Zugriff auf die integrierte Kamera des Smartphones. Die Kamera scannt dann die Umgebung des Spielers und benutzt die graphischen Aufzeichnungen als Hintergrund. Vor diesem Hintergrund wird dann das digitale Pokémon angezeigt. Dass das Pokémon scheinbar an der selben Stelle bleibt, wenn das Smartphone bewegt wird, dafür sorgt das Gyroskop. Umgangssprachlich auch als Lage – und Drehsensor bezeichnet. Das Gyroskop ist vier mal vier Millimeter groß5 und verwendet eine Vielzahl an vibrierenden Plättchen um Lageveränderungen zu ermitteln. Bei jeder Veränderung der Lage des Handys wird es Trägheitskräften ausgesetzt. Eine Analyse dieser auftretenden Kräfte werden dann für die Umschaltung der Displaydarstellung zwischen Hoch- und Querformat oder für die optische Bildstabilisierung der Kamera genutzt5. Um den Augemented-Reality Effekt des Spiels nutzen zu können, muss das Smartphone über eine Kamera mit Gyroskop verfügen.

 

Pokémon Go Plus

Aufgrund des gewaltigen Erfolges von Pokémon Go stellt sich natürlich die Frage, welche Neuerungen oder Erweiterungen des Spiels noch zu erwarten sind. Eine Erweiterung von Pokémon Go wurde schon entwickelt. Ein Armband, das eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone nutzt, soll den Spieler durch Leuchtendioden und Vibrationsalarm informieren, wenn sich in seiner Nähe ein Pokemon verbirgt. 6 Pokemon Go Plus wird kostenpflichtig vertrieben.Der Handelspreis beträgt satte 39,99 €.

Vorteil dieses Armbandes ist, eine höhere Aufmerksamkeit des Spielers gegenüber seiner Umgebung. Denn in der Vergangenheit zeigte sich bereits, dass das Spiel zu Unfällen führen kann. Die Nutzer starren gebannt auf ihr Display und verlieren ihre realle Umgebung völlig aus den Augen.

Laut Niantic Labs sind derzeit keine weiteren Features vorgesehen.

 

 

 

References

  1. Wikipedia, Location based Game, URL:https://de.wikipedia.org/wiki/Location-based_Game
  2. The Curious Mystery of the Map in Pokémon Go, URL: http://www.theatlantic.com/technology/archive/2016/07/where-did-pokemon-go-get-its-map/490799/
  3. Pokémon Go: so klappt’s auch auf dem Dorf mit der Monsterjagd, URL: https://www.wired.de/collection/life/pokemon-go-so-klappt-s-auch-auf-dem-dorf-mit-der-monsterjagd
  4. Wikipedia, Erweiterte Realität, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realität
  5. Smartphone – Mächtige Sensorenhttp://www.zeit.de/digital/mobil/2014-05/smartphone-sensoren-iphone-samsung
  6. MEMS-Sensoren – Funktion und Anwendung von Beschleunigungssensoren und Gyroskoben, URL: http://www.elektronikpraxis.vogel.de/analogtechnik/articles/458045/index3.html

 

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